Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2026
Stand 27. Mai 2026 wurden in Berlin 14 Cannabis-Anbauvereinigungen offiziell gemäß § 11 des deutschen Cannabisgesetzes (KCanG) genehmigt (Schriftliche Anfrage, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26126). Laut privaten Verzeichnissen wie dem Deutschen Hanfverband und Anbauverein-Verzeichnis.de sind derzeit etwa 11 bis 12 Clubs namentlich gelistet. Der Unterschied ergibt sich daraus, dass neu genehmigte Clubs nicht immer sofort in öffentliche Verzeichnisse aufgenommen werden und manche Clubs sich entscheiden, ihre Genehmigung nicht öffentlich bekannt zu machen.
Zuständige Behörde ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo), Abteilung IV G, das seit dem 1. November 2024 für alle Anträge von Cannabis-Anbauvereinigungen in Berlin zuständig ist.
Die meisten Clubs erheben eine einmalige Anmeldegebühr von 50–250 € sowie einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 60–150 € (Anbauverein-Verzeichnis.de). Die Wartezeiten liegen in der Regel zwischen 3 und 12 Monaten. Mehrere Clubs haben bereits die gesetzliche Höchstgrenze von 500 Mitgliedern erreicht und die Neuaufnahme geschlossen.
Dieser Leitfaden erklärt, welche Clubs derzeit neue Mitglieder aufnehmen, wie die Mitgliedschaft funktioniert und wie Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern abschneidet. Wer nach Cannabis-Clubs in einer anderen Stadt sucht: Der größte Unterschied liegt meist darin, wie schnell die zuständige Behörde vor Ort die Anträge bearbeitet. Mehr dazu im Vergleichsabschnitt weiter unten im Artikel.
Rechtlicher Rahmen: Das Cannabisgesetz (KCanG) und seine Umsetzung in Berlin
Das deutsche Cannabisgesetz (KCanG) trat in zwei Stufen in Kraft.
Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit besitzen und bis zu drei Cannabispflanzen zu Hause für den Eigenbedarf anbauen (Bundesrechtsanwaltskammer).
Die zweite Stufe begann am 1. Juli 2024, als Cannabis-Anbauvereinigungen legalisiert wurden. Ab diesem Datum konnten Clubs offiziell eine behördliche Lizenz beantragen (Bundesgesundheitsministerium).
Zunächst war die Zuständigkeit für die Prüfung dieser Anträge auf Berlins 12 Bezirksämter verteilt. Dies führte zu unterschiedlichen Verfahren und langen Wartezeiten. Bis Januar 2025 waren erst 23 Anträge eingereicht worden, und nur ein Club hatte vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf eine Genehmigung erhalten (Krautinvest, 22.01.2025).
Aufgrund dieser Verzögerungen zog ein Cannabis-Club im Laufe des Jahres 2024 nach Oranienburg in Brandenburg um, nachdem er in Berlin weder einen geeigneten Anbaustandort noch eine klare Genehmigungsbehörde gefunden hatte (Tagesspiegel, 30.10.2024).
Um das Verfahren zu verbessern, übertrug Berlin am 1. November 2024 die gesamte Zuständigkeit für die Genehmigungen an das LAGeSo. Vor-Ort-Kontrollen werden weiterhin von den Bezirksämtern durchgeführt.
Am 30. Januar 2025 erteilte das LAGeSo seine erste Lizenz an einen Club in Treptow-Köpenick. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 18 weitere Anträge bearbeitet (Pressemitteilung LAGeSo, 31.01.2025).
Anträge können schriftlich oder elektronisch eingereicht werden und werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Jede Lizenz gilt für sieben Jahre und kann nach frühestens fünf Jahren verlängert werden (LAGeSo-FAQ).
Das Gesetz erlaubt eine Cannabis-Anbauvereinigung je 6.000 Einwohner. Bezogen auf die Bevölkerung Berlins bedeutet dies, dass die Stadt theoretisch rund 600 Clubs haben könnte. Bisher wurden erst 14 Clubs genehmigt – etwa 2 % des theoretischen Maximums.
Genehmigte Cannabis-Clubs in Berlin
Die folgenden Clubs wurden im Frühjahr und Sommer 2026 in mindestens einem der beiden größten Cannabis-Club-Verzeichnisse (Deutscher Hanfverband; Anbauverein-Verzeichnis.de) als genehmigt gelistet.
| Club | Bezirk | Status |
|---|---|---|
| Green Leaf Society e.V. | Marzahn-Hellersdorf | Genehmigt (erster in Berlin genehmigter Club, August 2024) |
| Lucas Green e.V. | — | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| White Lake Weed e.V. | — | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| Gourmet Greens Royal e.V. | Steglitz-Zehlendorf | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| Cannamo Cannabis Club e.V. | — | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| 1000 Berlin 15 e.V. | Neukölln | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| MONKEYZ Berlin e.V. | Marzahn-Hellersdorf | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| Weed Club & Friends e.V. | Lichtenberg | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| QUSH Berlin e.V. | Lichtenberg | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| Tom Hemp's e.V. | — | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
| Ambrosia CSC e.V. | Reinickendorf | Genehmigt, nimmt Mitglieder auf |
Weitere Clubs, darunter Green Valley Club, 420 Dream, Grandma's Garden und CSC Berlin Brandenburg West, werden von WeedVibes ebenfalls als aktiv gelistet. Diese Angaben stimmen jedoch nicht immer mit der offiziellen Zahl von 14 genehmigten Clubs überein.
Zwei weitere Clubs, NTC GreenBerlin und Blütezeit, führen derzeit Wartelisten anstelle einer offenen Neuaufnahme.
Anders als das Bundesland Niedersachsen, das seit April 2026 eine offizielle öffentliche Liste genehmigter Clubs veröffentlicht, haben weder das LAGeSo noch der Berliner Senat eine vollständige offizielle Liste veröffentlicht. Deshalb bleiben private Verzeichnisse die nützlichste Informationsquelle, auch wenn es sich dabei nicht um amtliche Register handelt.
Vor dem Beitritt zu einem Club wird empfohlen, die Satzung des Clubs zu lesen und sich einen Nachweis der offiziellen Lizenz vorlegen zu lassen.
Wie wird man Mitglied?
Um einer Cannabis-Anbauvereinigung in Deutschland beizutreten, muss man:
- mindestens 18 Jahre alt sein
- seit mindestens sechs Monaten in Deutschland wohnhaft sein
- schriftlich oder elektronisch bestätigen, dass man nicht bereits Mitglied eines anderen Cannabis-Clubs ist
Außerdem muss ein gültiger amtlicher Lichtbildausweis vorgelegt werden (§ 13 KCanG).
Man muss nicht in Berlin wohnen, um einem Berliner Cannabis-Club beizutreten. Die meisten Mitglieder wohnen jedoch in der Nähe, da Cannabis nur persönlich im Club abgeholt werden kann.
Gesetzlich muss jeder Club:
- eine Mindestmitgliedsdauer von drei Monaten vorsehen
- die Mitgliedschaft beenden, wenn ein Mitglied seinen ständigen Wohnsitz ins Ausland verlegt
Der Aufnahmeprozess ist in der Regel einfach:
- Online-Antrag auf der Website des Clubs ausfüllen
- Identität und Alter verifizieren
- Anmeldegebühr sowie den ersten Monatsbeitrag bezahlen
Berliner Clubs verlangen derzeit:
- 50–250 € einmalige Anmeldegebühr
- 60–150 € pro Monat
Der genaue Preis hängt vom jeweiligen Club und dessen Anbaukapazität ab (Anbauverein-Verzeichnis.de). Da jeder Cannabis-Club höchstens 500 Mitglieder haben darf, sind Wartelisten üblich, sobald diese Grenze erreicht ist.
Vorstandsmitglieder und andere gesetzliche Vertreter eines Clubs müssen ebenfalls Mitglieder des Clubs sein.
Was bietet ein Cannabis Social Club in Berlin?
Ein Cannabis Social Club, offiziell Cannabis-Anbauvereinigung genannt, baut Cannabis ausschließlich für den Eigenbedarf seiner Mitglieder an. Der Verkauf von Cannabis an Nicht-Mitglieder ist nicht erlaubt.
Jeder Club entscheidet selbst, welche Cannabis-Sorten er anbaut. Die meisten Berliner Clubs bieten eine Mischung aus Indica-, Sativa- und Hybrid-Sorten an. Das Sortenangebot ändert sich häufig nach jeder Ernte, weshalb keine für alle Clubs einheitliche Liste angegeben werden kann.
Das Gesetz begrenzt klar, wie viel Cannabis Mitglieder erhalten dürfen (§ 12 KCanG).
Mitglieder ab 21 Jahren dürfen erhalten:
- bis zu 25 Gramm pro Tag
- bis zu 50 Gramm pro Kalendermonat
Mitglieder zwischen 18 und 20 Jahren dürfen erhalten:
- bis zu 25 Gramm pro Tag
- bis zu 30 Gramm pro Monat
- Cannabis mit einem maximalen THC-Gehalt von 10 %
Cannabis, das nicht an Mitglieder ausgegeben wird, muss unverzüglich vernichtet werden. Clubs dürfen keine über die gesetzlichen Grenzen hinausgehenden Mengen zurückbehalten.
Diese Grenzwerte sind gesetzliche Vorgaben, keine medizinischen Empfehlungen. Bei Fragen zum Cannabiskonsum oder zu gesundheitlichen Risiken sollten Sie sich an medizinisches Fachpersonal oder eine Drogenberatungsstelle der BZgA (bundesweit 01806 313031) wenden. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar.
Cannabis-Clubs in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern
Stand 10. Juli 2026 wurden bundesweit 413 Cannabis-Anbauvereinigungen genehmigt. Insgesamt wurden 864 Anträge eingereicht – mehr als die Hälfte aller Anträge wartet also noch auf eine Entscheidung oder wurde abgelehnt (Hanfjournal, 10.07.2026).
Wie schnell Clubs eine Genehmigung erhalten, hängt vor allem vom jeweiligen Bundesland ab, nicht nur vom nationalen Cannabisgesetz.
Manche Länder bearbeiten Anträge schneller als andere:
- Niedersachsen, Hamburg und Brandenburg gelten als vergleichsweise schnell und kooperativ.
- Bayern verfolgt einen deutlich restriktiveren Ansatz und hat nur wenige Clubs genehmigt.
Aktuelle Zahlen:
- Hamburg: 16 genehmigte Clubs (die höchste Zahl pro Einwohner in Deutschland)
- Baden-Württemberg: rund 35 genehmigte Clubs
- Bayern: nur 9 genehmigte Clubs
Mit 14 offiziell genehmigten Clubs und einer Bevölkerung von fast 3,9 Millionen Menschen liegt Berlin im nationalen Vergleich im Mittelfeld. Die Stadt schneidet besser ab als Bayern, liegt aber gemessen an Clubs pro Einwohner noch weit hinter Hamburg.
Berlin könnte theoretisch rund 600 Cannabis-Clubs haben, sodass die aktuelle Zahl von 14 nur einen kleinen Teil des gesetzlichen Maximums darstellt.
Seit April 2026 veröffentlicht Niedersachsen eine offizielle öffentliche Liste genehmigter Cannabis-Clubs. Berlin hat bislang keine vergleichbare Transparenz eingeführt.

